Frisch aus der Sommerpause: Unser Seniorenbüro des Monats September 2017 – Seniorenbüro Dortmund-Aplerbeck

Um dem demographischen Wandel gerecht zu werden hat die Stadt Dortmund 2006 nach einem einjährigen Modellprojekt in allen 12 Stadtbezirken Dortmunds Seniorenbüros eingerichtet. Diese dienen als wohnortsnahe und kostenlose Informations-, Beratungs- und Koordinationsstellen für alle Fragen rund ums Älterwerden. Das Seniorenbüro des Monats September ist eines dieser zwölf, in Dortmund dezentral – und damit quartiersnah, eingerichteten Büros.

Das Besondere an Dortmund

Das Besondere der Dortmunder Seniorenbüros ist die hauptamtliche Zusammenarbeit der Stadt Dortmund mit den freien Wohlfahrtsverbänden und städtischen Seniorenheimen. Die entscheidende Motivation für das „Dortmunder Modell“ war, beide Sozialpartner zusammenzubringen um die unterschiedlichen Fähigkeiten und Ressourcen gemeinsam zum Wohle der älteren Menschen zu nutzen. Es wurde eine Geschäftsstelle eingerichtet mit je einem Geschäftsführer der Stadt Dortmund und der Wohlfahrtsverbände. Diese ist für die Steuerung der operativen Geschäfte der Seniorenbüros verantwortlich. Bis 2013 waren die Seniorenbüros in Dortmund mit dieser Konstellation einmalig in der Bundesrepublik Deutschland.

Unter dem Motto „solange wie möglich in den eigenen vier Wänden verbleiben“ tragen die Seniorenbüros in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren dazu bei, dass Hilfe- und Pflegebedürftige ambulante Hilfen besser nutzen können und eine Heimunterbringung vermieden werden kann.

Aufgaben der Seniorenbüros

Im Kern haben  die Seniorenbüros folgende Aufgaben, um die oben genannten Ziele zu erreichen:

  • Senioren- und Pflegeberatung
  • Fallmanagement/ Einzelfallhilfe
  • Netzwerkarbeit
  • Förderung des bürgerlichen Engagements

Ziel der Senioren- und Pflegeberatung ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, den Verbleib älterer Menschen in der eigenen Häuslichkeit möglichst bis zum Lebensende zu ermöglichen. Mit Hilfe der Beratung sollen Ratsuchende in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Maßnahmen  unter Einsatz des vorhandenen Hilfesystems sowie gesetzlicher Ansprüche selbstbestimmt umzusetzen.

Die Senioren- und Pflegeberatung allein ist aber für viele ältere Menschen nicht ausreichend, um die notwendigen Hilfen zur Stabilisierung der Lebenslage einzuleiten bzw. in Anspruch zu nehmen. Die Einzelfallhilfe unterstützt bei der Organisation von Hilfen. Die Mitarbeiter der Seniorenbüros klären als Fallmanager gemeinsam mit den Ratsuchenden die benötigte Unterstützung. Unter Berücksichtigung der noch vorhandenen Ressourcen der Hilfesuchenden sind sie bei der Koordination einzelner passgenauer Hilfsangebote behilflich. Sie begleiten Ratsuchende oder Angehörige vom ersten Kontakt bis zur Umsetzung der individuellen Lösung. Sollte sich die Situation ändern, helfen die Mitarbeiter der Seniorenbüros bei der entsprechenden Anpassung der Hilfen.

Das dritte Aufgabengebiet der Seniorenbüros ist die Netzwerkarbeit. Die Vernetzung in der Altenarbeit umfasst den Aufbau und die Unterstützung von Kooperationsstrukturen im sozialen, gesundheitlichen und pflegerischen Versorgungsumfeld eines Stadtbezirkes mit dem Ziel, ein effizientes Abstimmungs- und Steuerungssystem der örtlichen Altenhilfe und Altenpflege aufzubauen und zu unterstützen. Ein wichtiger Bestandteil ist die ständige Verbesserung der Abstimmungsprozesse bei der Versorgung älterer Menschen. Dazu gehört die laufende gegenseitige Informationssammlung und Transparenz zu den Angeboten der Leistungserbringer und Hilfsorganisationen zur Optimierung der Versorgung älterer Menschen. Dazu dienen u.a. die Runden Tische, die von den Seniorenbüros eingerichtet wurden. Der Runde Tisch ist das Plenum des Netzwerkes, bestehend aus Teilnehmern aller hauptamtlichen und ehrenamtlichen Institutionen, die in der Altenarbeit tätig sind. Es werden Probleme, wie Versorgungslücken analysiert und konkrete Maßnahmen zu deren Lösung entwickelt.

Das letzte Aufgabengebiet, die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, ist wegen des demographischen Wandels eine wichtige soziale Aufgabe im Bereich der kommunalen Seniorenarbeit. Somit stärken die Seniorenbüros bereits vorhandene Initiativen, unterstützen die Erweiterung des Ehrenamtes und suchen nach weiteren Einsatzmöglichkeiten. Gemeinsam mit den lokalen Akteuren werden je nach Bedarf ehrenamtliche Projekte entwickelt, um z. B. pflegeergänzende Hilfen ohne großen Aufwand anbieten zu können.

Projekte aus Dortmund-Aplerbeck

Auf diesem Wege hat das Seniorenbüro Aplerbeck vor 11 Jahren unter anderem das Projekt Lesecafé  zusammen mit den Netzwerkpartnern entwickelt. Die Idee zum Lesecafé für Senioren entstand bei einem gemeinsamen Austausch vom Team der Stadtteilbibliothek und des Seniorenbüros Aplerbeck. Die Akteure wollten älteren Menschen im Stadtbezirk mit wenigen sozialen Kontakten neben den bereits bestehenden Begegnungsmöglichkeiten der örtlichen Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbände  die Möglichkeit geben, einen geselligen Nachmittag mit leichter Literatur bei Kaffee und Plätzchen zu genießen, sich auszutauschen und  Kontakte mit Gleichgesinnten – auch über das Lesecafé hinaus –  zu schließen. Nach dem ersten Treffen waren die Besucher so begeistert, dass entschieden wurde, jeweils jahreszeitlich ein Lesecafé anzubieten. Die Lesepaten, die bereits ehrenamtlich in Pflegeheimen und/oder Kindertagesstätten aktiv waren, lesen seitdem abwechselnd vor. Mittlerweile werden gezielt 4x jährlich rund 20 interessierte Seniorinnen und Senioren zum Lesecafé eingeladen. Die Veranstaltungen sollen dazu beitragen, neue Bekanntschaften oder sogar Freundschaften zu schließen und sich kontinuierlicher auch zwischen den jeweiligen Veranstaltungen zu treffen.

Ein weiteres generationsübergreifendes Projekt mit dem Namen „Hand in Hand“ wurde in Kooperation mit dem Familienbüro und dem Caritas Altenzentrum St. Ewaldi auf den Weg gebracht. Es ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben. Vielmehr leben die Großeltern häufig in anderen Orten. Somit bricht für die Familien eine „natürliche Betreuung“ für die Kinder weg. Die Grundidee des Projektes ist, Eltern von Kleinkindern im Alter von 0 bis 3 Jahren die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder an jedem Dienstag  Vormittag  für 3 Stunden betreuen zu lassen und somit Entlastung zu erfahren. Die Betreuung wird von Seniorinnen übernommen, die sich ehrenamtlich für Familien im Stadtbezirk engagieren möchten. Das Projekt wurde bewusst im Caritas Altenzentrum St. Ewaldi angesiedelt. Hier leben Bewohnerinnen und Bewohner im Pflegebereich und Mieter in den heimverbundenen Wohnungen. Die Einrichtung verfügt über einen passenden Raum für das Betreuungsangebot und einen Garten, der genutzt werden kann. Das Altenzentrum öffnet sich und ist ein Begegnungsort der Generationen: für die Kleinstkinder, Mütter und Väter, ehrenamtlich engagierte Seniorinnen bis hin zu hochaltrigen älteren Menschen. Das Projekt hat zweierlei Nutzen für die Familien: einen verlässlichen Ort, an dem die Kinder wöchentlich betreut werden und den Eltern Freiräume schaffen sowie die Förderung von Kontakten innerhalb der Generationen.

Außerdem initiieren die Dortmunder Seniorenbüros mit ihren jeweiligen Netzwerkpartnern auch größere Veranstaltungen in den verschiedenen Stadtbezirken, z. B. Seniorentage. Am 21. Juli 2017 fand der Aplerbecker Seniorentag mit dem Thema „Wohnen aktiv gestalten – gestern – heute – morgen“ statt. Der Seniorentag bot Informationen über mögliche Wohnformen im Alter an. Die Veranstaltung sollte dazu anregen, sich mit dem eigenen (T)Raum vom Wohnen auseinanderzusetzen und diente für Interessierte als Start für Ideen rund um gemeinschaftliche Wohnformen. Die Erfahrung im Seniorenbüro zeigt: Das Wohnen, die Wohnsituation und das Wohnumfeld haben einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität und Gesundheit. Neben den zahlreichen Informationsständen, wurde auch ein Bühnenprogramm mit Interviews, Musik und Tanz angeboten. Für das leibliche Wohl sorgten die Aplerbecker Seniorenheime. Die Seniorenbüros sind zudem mit Informationsständen bei stadtteilspezifischen Veranstaltungen  vertreten, beispielsweise beim traditionellen Aplerbecker Apfelmarkt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seniorenbüros bieten ebenso Vorträge zu bestimmten Themen, wie z.B. dem Pflegestärkungsgesetz oder zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung an.

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag in der Zeit von 10.00 – 12.00 Uhr. Außerdem finden Beratungen und Hausbesuche nach Terminvereinbarung statt. Im Team des Seniorenbüros Aplerbeck sind drei Diplom-Sozialarbeiterinnen mit einem Stellenumfang von 2,4 Stellen (Stadt Dortmund und Caritasverband Dortmund e.V.) tätig. Das Seniorenbüro befindet sich im Erdgeschoss  der Bezirksverwaltungsstelle am Aplerbecker Marktplatz. Es ist über einen Aufzug barrierefrei zu erreichen.

Kontaktpersonen:

Brigitte Steffen, Theresia Torschmied und Petra Emig

Telefon/AB: 0231-5029390

Fax: 0231- 5029393

Email- Adresse: seniorenbuero.aplerbeck@dortmund.de

Internet- Adresse: www.senioren.dortmund.de