Seniorenbüro des Monats: Das Seniorenbüro Dorsten

 

 

 

 

Länger war es ruhig in der Rubrik „Seniorenbüro des Monats“, doch nun freuen wir uns, Ihnen das Seniorenbüro des Monats November präsentieren zu können: hier stellt sich die Stadt Dorsten vor:

Das Seniorenbüro Dorsten ist eng verknüpft mit der Altenhilfeplanungsstelle der Stadtverwaltung Dorsten, angesiedelt beim Sozialamt der Stadt Dorsten.

Die Aufgaben des Seniorenbüros liegen hier schwerpunktmäßig in der Seniorenberatung,  in der Gestaltung der Netzwerkarbeit und dem Aufbau von Freizeitaktivitäten zur Verhinderung von Einsamkeit und Isolation im Alter.

In enger Kooperation mit dem Beratungs- und Infocenter Pflege werden Senioren,  Pflegebedürftige, von Pflegebedürftigkeit Bedrohte und pflegende Angehörige trägerunabhängig beraten.

Die Beratung bezieht sich dabei auf ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote und Hilfeleistungen sowie darüber hinaus auch auf offene Angebote zur Freizeitgestaltung oder niederschwellige komplementäre Angebote wie z.B. betreuerische Hilfen oder Wohnraumberatung.

Hier wird vorwiegend nach Einzelfalllösungen gesucht. Darüber hinausgehende Bedarfe, die im Beratungsalltag von vielen Senioren geäußert werden, werden über die Altenhilfeplanung unter Einbeziehung verschiedener Akteure der Altenhilfe vor Ort diskutiert. Im Idealfall können hier neue bedarfsgerechte Angebote entwickelt werden.

Ein besonderes Projekt wurde hierbei in den Jahren 2008 – 2011 durchgeführt. Unterstützt durch Fördermittel wurde das dreijährige Projekt „präventiver Hausbesuch“ umgesetzt. Dabei hat eine hauptamtliche „Hausbesucherin“ nicht pflegebedürftige Menschen im Alter von 75-79 Jahren mehrmals zuhause aufgesucht, um Informationen zu Gesundheitsfragen, zu Angeboten, Hilfen, Serviceleistungen oder Beratungsangeboten zu geben. Ziel des Projektes war es, den Senioren durch frühzeitige Informationen Hilfen zur Bewältigung des Alltags an die Hand zu geben und Probleme im Alltag und der häuslichen Umgebung mit diesen zusammen zu lösen. So wurden z.B. wichtige Tipps zur Sturzprophylaxe vermittelt und Angebote zur Wohnraumanpassung unterbreitet.

Aufgrund einer Bedarfsmeldung in durchgeführten Stadtteilgesprächen zur Entwicklung des städtischen Seniorenförderplans 2009 wurde ein ganz besonderes Projekt für die Freizeitgestaltung vor Ort entwickelt, um Vereinsamungs- und Isolationstendenzen im Alter entgegenzuwirken und dem Freizeitverhalten durchaus körperlich und geistig sehr fitten und aktiven jungen Senioren gerecht zu werden.

Ein besonderes Angebot: Die Interessensbörse

Die Interessensbörse wurde in den letzten Jahren in verschiedenen Dorstener Stadtteilen sehr erfolgreich durchgeführt. Ehemals unter dem Projektnamen „Markt der Möglichkeiten“ bekannt, wurde sie inzwischen umbenannt, damit die Interessensbörse nicht mit den herkömmlichen Angeboten auf Märkten verwechselt wurde.

Bei der Interessensbörse handelt es sich um eine rund zweistündige Veranstaltung für jüngere Senioren ab 55/60 Jahren zur Abfrage ihrer Interessen und Fähigkeiten.

In mehreren Stadtteilen konnten durch dieses Format schon mehr als 300 Personen erreicht werden.

In der Vorbereitung wurde ein Organisationsteam gebildet aus Akteuren des Stadtteils, in dem die Interessensbörse durchgeführt werden soll.

Je nach Stadtteil waren folgende Personen involviert:

  • Pfarrer/innen und Pastor/innen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden
  • Vertreter des Seniorenbeirates
  • Vertreter von Seniorengruppen vor Ort

  • Wichtige Akteure/ Ansprechpartner vor Ort
  • Vertreter von Bildungseinrichtungen, Familienbildungsstätten, Seniorenbegegnungsstätten vor Ort

Koordiniert wurde das Organisationsteam durch das Seniorenbüro.

Es wurde festgelegt, welche Altersgruppe für die Veranstaltung anzusprechen ist, welche Veranstaltungsräume zur Verfügung stehen, wie das Programm aussehen soll und wer welche Aufgaben übernimmt.

Aufgrund der zu erwartenden Zahl von 200 – 250 Besuchern wurde eine Kirche als Veranstaltungsraum gewählt. Das Programm war immer gleich – weil es sich bewährt hatte.

In der

Regel war der Ablauf wie folgt:

  • Begrüßung durch den Bürgermeister
  • Intro durch ein Rahmenprogramm. Hier ist immer eine Impro -Theatergruppe engagiert worden.
  • Vorstellung vorhandener und neu angedachter Angebote
  • Abfrage von Interessen bei den Besuchern
  • Anschließend wurden die Teilnehmer aufgefordert, sich in Listen einzutragen und ihr Interesse an einem oder mehreren genannten Freizeitangeboten einzutragen

Am Ende der Veranstaltung stand die Verabredung, dass jeder eine Mitteilung erhält, ob seine Gruppe zukünftig zustande kommt.

Erstaunlicherweise kamen über diese Interessensbörse viele schöne neue wohnortnahe Gruppen zustande. Dabei waren so fantasievolle Gruppen wie eine „Walk und Talk – Gruppe“ oder eine

„Flotte-Socke-Wandergruppe“, aber auch ein Repaircafé, in dem sich ehemalige Handwerker zusammengefunden haben oder ein Literaturkreis und zahlreiche Erzählcafés, Radfahrgruppen, Gedächtnistrainingsangebote oder Computerkursgruppen.

Alle Gruppen fanden im Stadtteil, in einer Kirchengemeinde oder einer Begegnungsstätte, Räumlichkeiten.

Die meisten dieser neuen Angebote haben oder hatten über Jahre Bestand. Auch wenn man nicht mehr so mobil ist, kann man an diesen wohnortnahen Angeboten teilnehmen.

Die Teilnehmer der Gruppen haben untereinander Kontakte geknüpft und sind  so schon frühzeitig eingebunden worden. Die meisten Gruppen wurden von Mitgliedern ehrenamtlich geleitet, weil das Interesse daran entsprechend groß war.

Diese Ehrenamtlichen werden dann selbstverständlich zu den Netzwerkgruppen in den Stadtteilen eingeladen, so dass wiederum neue Kontakte entstehen und gemeinsame Aktionen zustande kommen.

Netzwerkgruppen

Netzwerkgruppen bestehen auch in einigen Stadtteilen. Der Aufbau und die Organisation sind immer davon abhängig, ob es Akteure gibt, die sich um die Netzwerktreffen kümmern.

Der große Vorteil ist, dass man schnell und effizient viele verschiedene Gruppen aus einem Stadtteil informieren kann und Informationen über die Gruppen erhält. Schnell können sich Kooperationen ergeben und Absprachen zur Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen getroffen werden.

Die Netzwerke werden bei Bedarf durch das Seniorenbüro unterstützt.

Kontakt:
Petra Kuschnerenko
Demografiebeauftragte/ Seniorenbüro
Stadt Dorsten
Bismarckstr. 1 A
46284 Dorsten
Tel. 02362 66 4432
E-Mail: petra.kuschnerenko@dorsten.de